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Das Rebound Stuff Projekt 2020 in Zahlen. Was hat mein Verzicht auf Neuwaren eingespart?

In den letzten Wochen wurde ich immer wieder gefragt, was mein Verzicht auf Neuwaren in diesem Jahr eingespart hat. Dies scheint sehr viele Leser des Blogs und Leute bei Instagram zu interessieren. Und obwohl der Fokus meines Projektes darauf lag meinen Konsum einzuschränken, um dadurch weniger der Umwelt zu schaden und zusätzlichen Müll zu vermeiden, hatte ich keine Ahnung, was ich tatsächlich an Ressourcen eingespart hatte. Ich kaufe nur Secondhand, klar spare ich Ressourcen ein. Ich hatte nur nicht explizit darauf geachtet, was genau und wieviel mein Verzicht einspart. Warum?! Kein Wunder, dass mich die Leute fragen!


Also habe ich mich in den letzten Tagen hingesetzt und einen 'Kassensturz' gemacht. Ich habe alles aufgeschrieben (an das ich mich noch erinnern kann) das ich gekauft, geliehen oder repariert habe. Ich habe es mit den Neukosten verglichen und recherchiert, wie viele Emissionen ich eingespart habe, GEBRAUCHT statt NEU zu kaufen.


Und da ich schonmal dabei war, habe ich auch überschlagen wieviel ich eigentlich an dem Blog gearbeitet habe und was dieses Jahr alles noch entstanden ist:


Viel Spaß beim Jahresrückblick mit Zahlen und Fakten:


Blog


Im letzten Jahr habe ich 160 Artikel auf meinem Blog veröffentlicht. Das heißt, dass ich im Schnitt alle 2,3 Tage auf den 'Veröffentlichen'-Button gedrückt habe. Darunter waren 31 Interviews, im Schnitt je 5 Stunden Arbeit, damit war ich letztes Jahr rund 20 Arbeitstage beschäftigt. Ich habe 42 Firmen in den Unternehmensprofilen vorgestellt und 24 Wochenberichte verfasst. Außerdem habe ich 24 Newsletter versendet, in denen ich euch alle Artikel im 2-3 Wochenrhythmus vorgestellt habe.



Reach


Mit dem Blog habe ich einen Fernsehsender erreicht, der über mich in einer Reportage berichtet hat. Ich habe 951 Follower bei Instagram gewinnen können und hatte über 10.000 Leser auf meinem Blog.


Weitere Projekte


Alle Firmenprofile, Interviews und Artikel haben mich auf neue Ideen gebracht, weswegen ich während dem Projekt begonnen habe, andere Projekte umzusetzen. Darunter ein Cartoon-Erklärfilm, eine Secondhand Map und ein Buch Skript. Der Film und die Map sind beide so gut wie fertig und kommen im Januar raus.


Investment


Alles umzusetzen hat mich ca. 1600 unbezahlte Arbeitsstunden gekostet. Das sind 200 Arbeitstage. Da ich aber vor allem abends und nachts gearbeitet habe, waren es ca. 132 Abende, die mein Freund auf mich verzichten musste. Außerdem habe ich ca. 10.000 Euro in die Umsetzung des Blogs und der Nebenprojekte investiert und wegen fehlendem Sport ca. 4 Kilo zugenommen.


Ersparnisse (Emissionen & Wasser)


Aber nun zum Wesentlichen, was habe ich eingespart?

Das Wichtigste zuerst: eingespart habe ich ca. 5500 Kilo CO2. Das ist soviel, wie ein Flug nach Lahore, Pakistan, oder fast nach New York. Oder anders, ich könnte mit meinem 2001 Golf fünf mal meine Eltern in Nürnberg besuchen. Diese Zahl ist vor allem durch die Möbel, die ich gebraucht gekauft habe, zusammengekommen.


ca. 5500 Kilo CO2 und 50.000 Liter Wasser

Not Impressed? Bei der nächsten Zahl war selbst ich schockiert. Ich habe 50.000 Liter Wasser gespart. Das ist soviel, als würde man ein ganzes Jahr jeden Tag mit 150 Litern baden oder duschen. Oder soviel, dass 47 Menschen ein Jahr lang mit Trinkwasser versorgt wären. Dabei sind das nur die Ersparnisse der Secondhand Kleidung! Für weitere Alltagsgegenstände und Möbel habe ich keine verlässlichen Daten zum Wasserverbrauch gefunden.

Bei meinen Berechnungen habe ich nur die Herstellungsemissionen betrachtet, nicht die Transportkosten, da ich erstens nicht viel im Internet gekauft habe und zweitens, ich davon ausgehe, dass Secondhand geringere Transportwege als Neuwaren haben.


Ersparnisse (Geld)


Um diese Zahl zu ermitteln, musste ich mir was überlegen. Zunächst habe ich alles aufgeschrieben, was ich Secondhand gekauft oder was ich repariert habe. Dann habe ich diese Kosten dem Preis gegenüber gesetzt, den das Teil neu gekostet hätte. Dies fand ich aber zu simpel, denn ich hätte - hätte ich es neu gekauft - auch immer etwas billigeres neu kaufen können. Daher habe ich dem Ganzen auch einmal den 'Fast-Fashion' Preis gegenüber gesetzt.


Insgesamt habe ich ca. 4500 Euro gegenüber dem Neupreis gespart. ABER ich habe ca. 1000 Euro mehr gezahlt, als wenn ich immer die Billigversion davon gekauft hätte. Das heißt, hätte ich jedes Teil Fast Fashion gekauft, hätte ich tatsächlich noch weniger gezahlt - crazy.


ca. 4500 Euro

Wen die Zahlen im Detail interessieren, findet ihr sie hier und für alle die es graphisch mögen, hier unten das Ganze nochmal in einer netten Infographik.



Quellen zu den Zahlen waren ecoinvent, Sellpy, Quarks European PEF und Apple. Als eingesparte Emissionen wurde hier von der Herstellung eines vergleichbaren Gegenstandes ausgegangen minus 10% für die Aufarbeitung und Verpackung für das zweite Produktleben. Bei der Ermittlung der Zahlen hat mir Björn, der nun bei ClimatePartner arbeitet, geholfen.