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ebay vs. ebay-Kleinanzeigen - wo sind die Unterschiede

Aktualisiert: Aug 30

(Übersichtsgrafik siehe unten)


In diesem Artikel möchte ich euch die Mutter aller Second-Hand Marktplätze vorstellen: ebay. Ich würde behaupten, jeder weiß was ebay ist und welches die Kernfunktionen der Plattform sind. Ich würde auch behaupten, jeder in Deutschland kennt das Portal ebay-Kleinanzeigen. Allerdings wissen die Wenigsten wohl im Detail was die Unterschiede der beiden Marktplätze sind, wie sie miteinander zusammenhängen und wie man sie am Besten nutzt.

Ich habe oft erlebt, dass es regelrechte Fan-Lager gibt. Man ist entweder ebay oder ebay-Kleinanzeigen Nutzer und selten beides. Dabei kommt es sehr darauf an, was man verkauft bzw. kauft und was für ein Typ Mensch man ist.


Da ich, ein passionierter ebay-Nutzer, nun einen Freund habe, der ein ebay-Kleinanzeigen-Fan der ersten Stunde ist, möchte ich einmal die Hauptunterschiede der beiden Plattformen aufschreiben. Euch gebe ich dabei sicher ein paar hilfreiche Hinweise, wieso es sich lohnen kann, beide parallel zu verwenden. Zum Kauf, aber auch zum Verkauf.


Was ist ebay?


Ebay ist ein Online Marktplatz der 1995 als Online Auktionshaus gegründet wurde. Wie bei jedem Marktplatz, tritt die Firma ebay als Vermittler eines Kaufvertrags zwischen Verkäufer und Kunde auf. Verkäufer und Käufer erstellen dabei Accounts und können über die Plattform Transaktionen (Verkauf und Kauf) tätigen.


In den letzten 25 Jahren erweiterte sich das Angebot von ausschließlich Second-Hand Auktionen zwischen Privatleuten inzwischen auch auf Neuware von Gewerbetreibenden mit Festpreisen. Laut einer Email von ebay, wird derzeit 80% Neuware gehandelt.

Trotz dieser Änderung, ist ebay immer noch DAS Portal, bei dem alles (außer Lebensmittel und Kosmetik) gebraucht gehandelt werden kann. Selbst die großen ReCommerce-Online-Shops (ubup, Mädchenflohmarkt, usw.) stellen viele Artikel automatisiert auch bei ebay online, um von der großen Anzahl an Nutzern zu profitieren. Die Nutzung der Plattform kostet den Verkäufer zwar eine Gebühr, für den Käufer ist sie dagegen kostenlos.

Derzeit sind auf der ebay Plattform folgende Verkaufs- und Kaufoptionen möglich:

- Verkauf gegen Höchstgebot (Auktion, zeitlich begrenzt)

- Verkauf zum Festpreis (Sofortkauf, zeitlich begrenzt)

- Permanentes Angebot (zeitlich unbegrenzt)

Darüber hinaus bietet die ebay-Plattform folgende Service-Leistungen an:

- Mitgliedschaft/Nutzung für jeden möglich

- Gewerbliches und privates Handeln möglich

- Integriertes Bewertungssystem für Händler und Käufer

- Weitere Servicedienste (unterschiedliche Bezahlsysteme, Käuferschutz etc.)

Was ist ebay-Kleinanzeigen?


Ebay-Kleinanzeigen ist ein deutsches Online-Kleinanzeigen-Portal, welches 2009 gegründet worden ist. Der Firmensitz befindet sich in Kleinmachnow bei Berlin. Die Plattform wurde nach dem Vorbild der Zeitungsannoncen gebaut. Wie ebay fungiert auch ebay-Kleinanzeigen als Vermittler zwischen Verkäufer und Kunde, aber nicht als Vermittler des Kaufvertrags. Verkäufer und Käufer erstellen Accounts und können über die Plattform ihre Transaktion verhandeln, es gibt aber keine Kauffunktion auf der Seite. Dies ist der Hauptunterschied.

Die Nutzung der Plattform ist kostenlos, da sie sich überwiegend aus integrierten Werbeanzeigen und dem kostenpflichtigen Hervorheben von Verkaufsanzeigen finanziert und nicht durch Gebühren aus dem Verkauf der Produkte selbst.

Derzeit sind auf der ebay Kleinanzeigen Plattform folgende Verkaufs- und Kaufoptionen möglich:

- Angebot mit Festpreis Angebot

- Angebot auf Verhandlungsbasis

- Artikel können verschenkt werden

- Reservierung eines Angebots

Darüber hinaus bietet die ebay Kleinanzeigen Plattform folgende Service Leistungen an:

- Mitgliedschaft/Nutzung für jeden möglich

- Gewerbliches und Privates Handeln möglich

- Integriertes Bewertungssystem für Händler und Käufer

- Kein Käuferschutz

- Kein integriertes Bezahlsystem

- Jeder Kauf erfordert persönliche Absprachen


Wie hängen ebay und ebay-Kleinanzeigen zusammen?


Ebay gründete ebay-Kleinanzeigen nicht direkt, war aber von Anfang an indirekt über Tochtergesellschaften beteiligt. Die Gründung von ebay-Kleinanzeigen erfolgte über das holländische Unternehmen Marktplaads, erst unter dem Namen Kijiji (2005). Später (2009) wurde es in Deutschland zu ebay-Kleinanzeigen umbenannt. Ebay Deutschland und ebay-Kleinanzeigen sind aber, anders als man vermuten könnte, nicht dasselbe Unternehmen bzw. gehören nicht direkt zusammen. Ebay Inc. in den USA ist der Mutterkonzern von Marktplaads zu dem ebay-Kleinanzeigen gehört.

Was sind die Hauptunterschiede von ebay und ebay-Kleinanzeigen beim Handling?

Bei ebay sind die Verkaufs- und Kaufoptionen durch die Funktion auf der Plattform klar geregelt. Bei ebay-Kleinanzeigen muss man bei jedem Verkauf und Kauf per Nachricht (Email oder telefonisch) Kontakt aufnehmen, um sich über den Preis und die Übergabemodalitäten (Lieferung, Selbstabholung, Versand, etc.) individuell zu einigen. Das ist sehr aufwändig und es kommt nicht selten vor, dass Leute unrealistische Preisvorstellungen haben oder keine ernsthaften Kaufabsichten, man sich über unzuverlässige Terminabsprachen ärgert oder Leute in letzter Minute abspringen. Sucht man im Internet, findet man amüsante Highlights aus Chat-Verläufen die einen ganz guten Einblick geben, auf was man sich dabei einstellen muss.

Trotzdem sollte man bei ebay-Kleinanzeigen die Ware möglichst persönlich und das Geld in bar übergeben werden. Im Gegensatz zu ebay, gibt es auf ebay-Kleinanzeigen nämlich keinen Käuferschutz. Man muss bei ebay-Kleinanzeigen auch weniger Angaben bei der Erstellung eines Accounts machen, also ist die Identität des Handelspartners nicht überprüft. Auch deshalb ist eine persönliche Übergabe der Ware empfohlen.


Die Unterschiede im Überblick


ebay oder ebay-Kleinanzeigen, was kann man wo besser verkaufen?


ebay:

Für Dinge die selten und vielleicht speziell sind (z.B. besondere Sammelmünzen), ist ebay die bessere Wahl, da man mehr Käufer erreicht. Nicht nur außerhalb der eigenen Region, sondern auch international. Dinge, die man eher für einen niedrigen Preis anbietet und man nicht viel Aufwand in die Kommunikation investieren will oder die man leicht verschicken kann, wie bspw. Kleidung, werden auf ebay leicht abgewickelt. Hat das Produkt einen ISBN Code wie Bücher oder CDs, kann man diesen bei ebay einfach einscannen und braucht nichts selbst zu beschreiben und zu kategorisieren.


ebay-Kleinanzeigen:

Sobald etwas nicht leicht versendet werden kann (große und sperrige Dinge wie Möbel, Autos oder Skier) oder der Käufer vor dem Kauf die Ware sehen sollte, würde ich ebay-Kleinanzeigen empfehlen. Genauso für ist ebay-Kleinanzeigen sicher die bessere Wahl wenn man Dinge von hohem Wert verkauft bzw. kauft, wie z.B. Schmuck.


Mischform:

Um sich Gebühren bei ebay zu sparen, gibt es viele Leute die nur über ebay-Kleinanzeigen verkaufen und trotzdem alles versenden und mit unterschiedlichen Zahlungsoptionen hantieren. Um sich die Kommunikation leicht zu machen, schreiben sie bei ebay-Kleinanzeigen gleich in den Text "Keine Abholung, nur Versand und Zahlung per PayPal". Allerdings bergen diese Optionen viel Gefahr für Betrug.


Fazit:

Wer auf Ebay-Kleinanzeigen verkauft bzw. kauft darf sich nicht vor zähen Verhandlungen, unzuverlässigen Käufern und viel Kommunikation scheuen. Dafür kann er auf sehr direktem Weg Dinge verkaufen bzw. kaufen und spart sich 10% Provision an ebay.



Für diejenigen, die es interessiert - ein bisschen Hintergrundwissen:


ebay Inc.


Ebay wurde 1995 in San José Kalifornien von Pierre Omidyar unter dem Namen AuctionWeb gegründet. Der Hauptsitz ist bis heute in Sant José. 2019 beschäftigte das Unternehmen weltweit 13.300 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 10,8 Milliarden US-Dollar.

Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Angebot von einem Consumer-to-Consumer-Marktplatz (Privat zu Privat) mit Flohmarkt ähnlichem Charakter zu einer Business-to-Consumer-Plattform (Gewerblich zu Privat), das heißt, es wird Neuware von kommerziellen Händlern angeboten, im Unterschied zu den Gebrauchtwaren privater Anbieter.

Zusätzlich schluckte das Unternehmen in den letzten Jahren zahlreiche Konkurrenten rund um den Globus (und stieß manche davon später wieder ab oder integrierte sie in das ebay Unternehmen):

  • 1999 kaufte ebay das deutsche Auktionshaus Alando (klingt nicht aus Zufall wie Zalando)

  • 2001 kaufte das Unternehmen das südkoreanische Auktionshaus Auction

  • 2002 den Internet-Zahlungsdienstleister PayPal

  • 2003 die chinesische Auktions-Seite Eachnet

  • 2004 übernahm ebay mobile.de (Anzeigenmarkt für Fahrzeuge in Deutschland), die indische Plattform Baazee., der niederländische Online-Marktplatz-Betreiber Marktplaats.nl und das Immobilienportal Rent.com.

  • 2005 gründete ebay die auf regionale Kleinanzeigen spezialisierte Handelsplattform Kijiji unter der Leitung von Marktplaats, erwarb die Angebotssuchmaschine Shopping.com und Skype.

  • 2006 übernahm ebay das schwedische Internet Auktionsportal Tradera.com.

  • 2007 übernahm das Unternehmen das Auktions Abwicklungstool Afterbuy

  • 2009 kaufte ebay das südkoreanische Händlerportal Gmarket.

  • 2010 kaufte ebay die lokale Einkaufssuchmaschine Milo für 75 Millionen US-Dollar. Milo.com und machte somit den Warenbestand von Ladengeschäften in US-Städten durchsuchbar und übernahm fast zeitgleich das Berliner Shopping-Portal brands4Friends

  • 2011 übernahm ebay des E-Commerce-Unternehmens GSI Commerce und das türkische Unternehmen GittiGidiyor.com

  • 2019 wurde bekannt, dass sich ebay an der Internetwährung Libra beteiligt hat und ebay gab die Kooperation mit Authorized.by bekannt, einem Münchener Anbieter für Händler-Autorisierungen im Internet


ebay Deutschland


Der deutsche Vorläufer von ebay wurde 1999 in Berlin unter dem Namen Alando von sechs Unternehmern, darunter den drei Samwer-Brüdern (die auch hinter der Gründung von Zalando standen – hey, einen guten Markennamen muss man weiterverwenden) gegründet. Schon sechs Monate später kaufte die amerikanische ebay-Gesellschaft das Unternehmen für 43 Millionen US-Dollar und wandelte es zu der ebay GmbH um. Mitte 2000 wurde der Geschäftssitz in den Europarc Dreilinden in Kleinmachnow verlegt.


ebay-Kleinanzeigen


2004 erwarb ebay für 16 Millionen US-Dollar eine Minderheitsbeteiligung von 28 Prozent an dem amerikanischen Marktplatz Craiglist. Craiglist, ebenfalls wie ebay 1995 in den USA gegründet, ist so etwas Ähnliches wie das heutige ebay-Kleinanzeigen bei uns. 2005 gründete der Konzern Craiglist, unter dem Dach einer irischen Betreibergesellschaft, nach dem Vorbild von Craigslist einen Online-Kleinanzeigenmarktplatz unter dem Markennamen Kijiji, um neben der bestehenden Internetauktionsplattform ebay ein lokales Consumer-to-Consumer-Netzwerk zu etablieren. Der Name steht in der Sprache der Swahili für eine Zeltstadt oder ein Dorf. Marktplaads betreibt als Internetdienstanbieter weltweit länderspezifische Websites unter verschiedenen Namen regionale Kleinanzeigen-Portale. So heißt die entsprechende Plattform beispielsweise in den Vereinigten Staaten ebay Classifieds, in Großbritannien Gumtree und in den Niederlanden Marktplaats. Unter diesem Namen betreibt Marktplaats u.a. auf dem belgischen, dem kanadischen, dem taiwanischen und dem türkischen Markt nach wie vor entsprechende Internetpräsenzen. Kijiji wurde 2005 in Deutschland eingeführt und in 2009 in ebay-Kleinanzeigen umgetauft.

Craigslist ist insbesondere im englischsprachigen Raum stark verbreitet. Ebay hat jedoch im Jahre 2015 seine Anteile nach einem Gerichtsprozess zurück an Craigslist verkauft. Craigslist ist auch auf dem deutschen Markt zwar aktiv, allerdings so gut wie ohne Erfolg. Ebay-Kleinanzeigen ist in den USA nicht vertreten, wohingegen Kijiji in Kanada sehr erfolgreich ist.

Auf dem deutschen Markt konkurriert ebay-Kleinanzeigen mit den Kleinanzeigen-Portalen quoka.de, dhd24.com, markt.de, kleinanzeigen.de, kalaydo, Meinestadt und Stadtlist.de.


Alles ganz schön verstrickt mit ebay und ebay-Kleinanzeigen, oder? Hauptsache beide Unternehmen tragen dazu bei, dass Dinge länger leben können, bevor sie auf dem Müll landen.


Über Rebound Stuff

Dieser Blogpost wurde von Rebound Stuff erstellt. Rebound Stuff ist eine Plattform für alle, die Alternativen zu Neuwaren suchen. Wir informieren über Secondhandläden, ReCommerce Shops, Marktplätze, Miet-Konzepte sowie Reparatur- und Reinigungs-Dienstleister.

Seit März 2021 bieten wir selbst einen eigenen Secondhand Online-Shop mit Fokus auf Alltagsgegenständen und UpCycling Produkten an, sowie eine Ankaufs-App, über die wir deine Dinge direkt ankaufen. Damit helfen wir wertvolle Ressourcen zu sparen, indem wir diese Dinge wieder in Verwendung bringen und verhindern, dass sie als Neuware nachgefragt werden.


Quellen:

- https://de.wikipedia.org/wiki/EBay

- https://www.verbraucherschutz.com/lexikon/was-ist-ebay-kleinanzeigen-kurz-erklaert/#:~:text=Im%20Gegensatz%20zu%20eBay.de,der%20Auktionsdauer%20auf%20eBay.de.

- https://www.giga.de/artikel/ebay-oder-ebay-kleinanzeigen-was-ist-besser/

- https://magazin.ebay-kleinanzeigen.de

- https://magazin.ebay-kleinanzeigen.de/app/uploads/sites/8/2019/09/Fact-Sheet_10-Jahre-eBay-Kleinanzeigen.pdf

- https://medien.ebay-kleinanzeigen.de/10-jahre-jeder-zweite-nutzt-ebay-kleinanzeigen/