Tag 75-90: Ausmisten nach Marie Kondo, der etwas andere Wochenbericht

Aktualisiert: März 29

Dieser Wochenbericht ist nicht in einzelne Tage unterteilt. Seit die ganze Welt in der Corona-Krise steckt, fühlen sich für mich die letzten zwei Wochen wie ein langer, produktiver Tag an. Ich arbeite ja immer von zuhause aus und bin nur für den Blog unterwegs oder treffe Leute zum Mittagessen oder im Café. Seit ich genau vor zwei Wochen mit dem “Social Distancing” angefangen habe, arbeite ich nur noch an dem Blog und beschäftige mich mit den Gegenständen die ich angesammelt habe.


Das Ausmisten


Das “Social Distancing” hat uns viele extra Stunden zuhause beschert, die nutzen wollte um nach der Marie Kondo Methode auszumisten. Und das habe ich die erste Wochen in meiner Wohnung in Berlin getan. Erst die Kleidung, dann Bücher & Papiere, dann verschiedene Gegenstände und zuletzt sentimentale Gegenstände, was zu dem Blogpost Geliebte gehasste Geschenke geführt hat (link). Das hat ganz gut geklappt. Ich hatte alles auf einem Haufen und habe überlegt, was ich damit tun würde.


Ab in den Hotspot NRW


Als sich die Corona Situation letztes Wochenende verschärfte und ein striktes Kontaktverbot hinzu kam, beschloss ich, samt des ganzen ausgemisteten Haufens, zu meiner Schwester und ihrem Baby in den Ruhrpott zu fahren. Denn bekanntlich ist man gemeinsam weniger allein.


Ihre Wohnung ist groß, hat eine Terrasse und ich habe mich gefreut etwas Zeit mit meiner kleinen Nichte in ‘Sicherheit’ zu verbringen. Wir deckten uns mit Lebensmitteln für ca. drei Wochen ein. Also ja, wir haben etwas gehamstert, weil wir aber auch nicht raus gehen wollten.


Wir machten uns einen Plan für den Tagesablauf und ich erzählte meiner Schwester von dem Ausmisten und, dass ich mich die nächsten Tage jeden Abend um das Verkaufen von ein paar Sachen kümmern wollte. Entweder bei Marktplätzen einstellen oder an ein Recommerce verkaufen. Mit dem Geld will ich einen Animationsfilm für den Blog machen lassen, über den ich schon häufiger mit ihr geredet hatte. Ich hatte mir aber, als ich mit dem Blog anfing, selbst ein Limit gesetzt, wie viel ich in den Blog investieren darf. Es sollte nicht mehr werden, als ich letztes Jahr für den Ironman ausgegeben habe. Das war zwar keine kleine Summe, aber für einen Film und was ich sonst noch machen wollte, wird es knapp. Da muss ich kreativ werden und eben Ungebrauchtes zu Geld machen. Deswegen kamen Spenden und die Sachen in Zahlung zu geben, diesmal für mich nicht in Frage.


Der Fehler, der mir viel Arbeit einbrachte


Also fragte ich sie, ob sie etwas hat, dass sie nicht mehr braucht und mir für den Blog spenden will. Unüberlegt öffnete ich Pandora's Box. Dabei hätte ich es wissen müssen, denn nach dieser Frage fing sie an boxenweise, penibel geschlichtete, gebügelt und gefaltete Kleidung an zu schleppen. Viele Kleidungsstücke davon noch mit Etikett, manche frisch von der Reinigung. Genauso stelle ich mir ein schwarzes Loch vor. Komprimierte Materie. Da waren Kleider von Zara von vor 20 Jahren, die noch in Spanien gefertigt wurden. Stoffe die noch echte Haptig hatten. Sie brachte Schuhe in Kartons, die noch ungetragen waren.


Wir beide wussten, dass wir das Kisten-Chaos im Wohnzimmer nicht lange ertragen konnten, nicht mit Baby in der Wohnung, das ab und an zwischen den Sachen verschwand. Also hatten wir genau 4 Tage bis zum nächsten Wochenbericht und Newsletter, um alles durch zu gehen, auszusortieren und eine neue Bestimmung für die Kleidung zu finden. Ein enger Zeithorizont, wenn man sich zu jedem geliebten teil eine Geschichte anhören muss: entweder wo sie es an hatte, für welche Gelegenheit sie es gekauft hatte, oder wo sie es bei der Schnäppchenjagd “erlegt” hatte. Jede Entscheidung gegen ein Teil, fiel ihr schwer. Selbst bei ihrer DVD und CD Sammlung tat sie sich schwer, dabei hat sie nicht mal mehr einen CD Spieler.


Nach 3 Tagen hatten wir ungefähr 5 Kisten an aussortierten Sachen. Wir versuchten ReCommerce Plattformen, doch die nahmen nur wenig an oder aber zahlten pro Buch oder CD wirklich nur 0,01 Cent. Wir versuchten es auch mit der Vergleichsplattform Bonavendi. Fanden aber die gleichen Ergebnisse, nur schneller. Bei der Kleidung war die Situation die gleiche. So schickten wir am Ende nur 17 Bücher für insgesamt 27,90 Euro zu Momox und 4 Kleidungsstücke zu Momox-Fashion.





Viel Arbeit, bei der eine Idee entstand


Wir waren also auf die Marktplätze angewiesen, was für uns unheimlich viel Arbeit in den nächsten Tagen bedeuten sollte. Kurz dachte ich an einen Concierge Service, aber damit hatte ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht, weswegen das nicht in Frage kam. Aber ich dachte: Hey, wenn wir alles einzeln einstellen (am Ende waren es ca. 331 Produkte) könnte ich vielleicht in 300 Angeboten auch über meinen Blog schreiben und so Menschen erreichen, die meinen Blog vielleicht interessant finden.


'Two and a half women' at work

Ich hätte gerne gewollt, dass alles bis zum Versand des Newsletters am Sonntag bei ebay eingestellt ist, aber das hat leider nicht geklappt. Es ist einfach viel zu aufwendig und auf einmal sehe ich im ReCommerce so viele Vorteile! Da es mir aber darum geht Geld für das Filmprojekt zu sammeln und mehr Leuten vom Blog zu erzählen, lohnt sich die Mühe hoffentlich.


Interesse geweckt, wer hat Lust zu sehen was sich bei uns angesammelt hat?


Um euch zu zeigen was wir aussortiert haben, habe ich einen Plug in auf dem Blog zu einem passenden Ebay Shop gemacht. Oben auf der Seite findet ihr auch den Link zu Kleiderkreisel, bei dem ich die Kleidung auch nach und nach einstellen werde. Falls euch etwas von den Sachen gefällt und ihr keinen Zugang zu den Plattformen habt, schreibt mir einfach eine Nachricht über das Kontaktformular oder eine DM auf Social Media. Für Friends und Family gibts auch Sonderpreise :)

Die Preise die ihr seht, haben wir mit einer Formel berechnet, sodass uns weder der ideelle Wert, der Endowment Effekt noch eine andere Verzerrung in die Quere kommen. Wir haben uns eher auf den Marken-, Material- und Arbeits- Wert für den Sekundärmarkt gestützt, über die ich im letzten Themenblock geschrieben hatte.


Hier gehts zu meinem Rebound Stuff und ihr dürft euch, wenn alles so funktioniert wie ich hoffe, bald auf einen animierten Erklärfilm zum Blog freuen.



Und bitte, bleibt zuhause und bleibt gesund!


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