Wo bekommt ein Second Hand Store seine Sachen her?

Aktualisiert: Okt 25

Nach aktuellen Prognosen soll der Handel mit Secondhand Kleidung in 10 Jahren die Fast-Fashion Industrie in Umsatzgröße eingeholt haben. Läden, Filialisten und Online-Shops die mit gebrauchter Kleidung handeln, öffnen fast täglich. Aber woher bekommen die Läden eigentlich ihre Ware? Dieser frage bin ich in diesem Artikel für euch auf den Grund gegangen.


Es gibt hauptsächlich vier Möglichkeiten für einen Secondhand Stores Waren zu beschaffen: Kommissionsmodell, Direktankauf, Kleiderspenden oder Zwischenhändler (Wholesale)



Kommissionsmodell bei Secondhand


Bei diesem Modell nehmen Secondhand Läden Waren von privaten Personen in ‘Kommission’ und verkaufen diese an ihre Kunden. So ähnlich wie es der Concierge-Service online macht. Die Ware bleibt meist mehrere Wochen im Sortiment und der Laden erhält vom Verkaufserlös einen Anteil (um die 30-60%). Wenn ein Teil nicht verkauft wird, kann der Kunde es wieder abholen oder oft auch spenden. Diese Läden sind meist sehr gut sortiert und nicht vollgestopft. Man findet viele gut kuratierte Läden je nach Geschmack: von Designerkleidung über Modern Classics bis zu Berlin Hipster. Beispiele: Aschenputtel in Frankfurt, Collect in Berlin oder The Good Store in Berlin.


Direktankauf von privaten Leuten


Manche wenige Secondhand Läden, vor allem die Vintage-Läden, kaufen auch immer noch direkt an. Dort kann man seine eigenen Schätze aus vergangenen Tagen dem Eigentümer, Einkäufer oder Manager zum Kauf anbieten. Beispiel: Lena Loves Vintage in Berlin.


Kleiderspenden (über Textilsortierer)


Es gibt Läden, die erhalten ihre Ware direkt aus den Altkleider-Sortieranlagen. Die meisten Läden die so ihre Ware beschaffen, gehören dem gleichen Unternehmen an, wie die Sortieranlagen selbst (z.B. Humana). Oft sind diese Läden sehr voll und unübersichtlich, da alles gemischt ist. Nicht selten verkaufen sie sogar im Kilo an den Endkunden weiter. Mittlerweile laufen die Bemühungen diese besser zu sortieren. Beispiel: PicknWeight.


Wholesaler (Altkleider Zwischenhändler)


Manchen Läden beziehen ihre Waren von Händlern die mit kuratierten Altkleidern handeln. Käufer wissen zum Teil selbst nicht, woher ihre Waren stammen, denn nicht selten geben es die Wholeseller nicht preis. Diese Zwischenhändler haben unterschiedliche Strategien an Ware zu kommen. Wenige pilgern über Flohmärkte und kaufen das Beste direkt auf, die meisten beziehen die Waren aus Altkleidersortierungen. Vor allem kann man je nachdem, was die Kunden wünschen auch aus dem Ausland wie Amerika und Italien Ankaufen. Von Italienischen Designern bis zu amerikanischen College Jacken haben die Wholeseller alles. Die meisten verkaufen im Bulk (Bündel per Kilo) manche verkaufen aber auch einzelne Teile. Beispiel: Wholesale Vintage Berlin.


Die beste Strategie ein gutes Sortiment zusammenzustellen ist warscheinlich die die Beschaffungsstrategien zu mischen. Z.B. findet man häufig Läden die Kommission und Direktankauf zugleich, aber für verschiedene Produktkategorien machen. So kauft der Laden Collect z.B. die Kindersachen direkt an und nimmt die Damenmode in Kommission.