Was ist eigentlich ein ReCommerce-Unternehmen?

Aktualisiert: Okt 27

Was ist denn ReCommerce?


Der Begriff ReCommerce leitet sich vom Begriff des E-Commerce und der lateinischen Vorsilbe Re ( „wieder“ oder „erneut“) ab. Der Begriff ReCommerce steht also für den erneuten Handel mit Produkten im Internet.


Was tut ein ReCommerce-Unternehmen?


Online Ankaufportale kaufen gebrauchte, neuwertige, aber auch Produkte mit Gebrauchsspuren an, werten diese in manchen Fällen sogar wieder auf und verkaufen sie anschließend weiter. Offline kennt man es als Gebrauchtwarenhändler oder Second Hand Shops - vor allem für Autos und Mode. ReCommerce ist die Digitalisierung dieses Konzeptes und im Gegensatz zu auktions- oder kommissionsbasierten Anbietern oder Marktplätzen, erhalten Kunden ein Festpreisangebot, oft kostenlosen Versand sowie garantiert und schnell ihr Geld. Das Wiederverkaufsrisiko liegt dann ganz allein bei dem ReCommerce-Unternehmen.


Vor allem bei standardisierten Produktkategorien mit ISBN-Nummern sowie bei Technikprodukten boomt der ReCommerce seit den letzten 10 Jahren. Bücher, CDs, DVDs, Videospiele, Smartphones und Tablets stehen hier im Fokus.


Das Geschäftsmodell ReCommerce stellt also eine Alternative zu bisherigen Verkaufsmethoden von Gegenständen, die eine Person nicht mehr braucht oder will, an eine andere Person, die diesen Gegenstand gerne hätte, dar.


Welche Vor- und Nachteile hat es, ein ReCommerce-Unternehmen zu nutzen?


Uns allen ist mehr oder weniger bewusst, dass Dinge erst zu Müll werden, wenn wir sie nicht mehr nutzen. Deswegen versuchen wir Dinge so lange zu verwenden wie es geht. Das ist ressourcenschonend und schützt gewissermaßen die Umwelt. Dinge, die noch zu gut zum Wegwerfen sind, welche wir aber nicht mehr benötigen, können wir für andere nutzbar zu machen. Menschen zu finden die das, was wir nicht mehr wollen, brauchen, ist gar nicht so einfach. Und im Idealfall möchten wir auch noch den (Rest-)Wert der Sachen erstattet haben, sonst horten wir sie lieber im Keller, bis wir sie dann eventuell doch wieder nutzen können. Nun gibt es unzählige Methoden, Käufer zu finden. Marktplätze, Flohmärkte, Second Hand Shops oder Spenden - um nur einige Beispiele zu nennen. Der ReCommerce bietet jedoch folgende zusätzliche Vorteile aber auch Nachteile:


Vorteile beim Verkauf

  • Einfacher Verkauf von mehreren Artikeln

  • Meist schnelle Auszahlungen des Verkaufspreises

  • Zeitersparnis zu anderen Methoden des Verkaufs und Einkaufs

  • Keine Diskussionen mit potentiellen Käufern und keine Beschwerden von Käufern nach Abschluss des Verkaufs und Erhalt der Ware

Vorteile Beim Einkauf

  • Fixpreise, da keine Verhandlungen mit Privatverkäufern

  • Reklamationsrecht und/oder Umtauschrecht von gekauften Waren (bei Technik sogar oft Garantie auf gebrauchte Geräte)

  • Service, den man zum Teil nur von E-Commerce Shops mit Neuware kennt; zum Beispiel Service Hotline oder Benachrichtigungsservice, wenn ein Produkt wieder auf Lager ist

  • Mehrere Zahlungsmethoden

  • Große Auswahl, von welcher auch mal mehr Teile in einer Bestellung gekauft werden können

  • Keine Risiken beim Kauf von gebrauchten Artikeln: das Ankaufportal überprüft die Artikel und garantiert für deren Zustand und die Marke

Nachteile beim Verkauf

  • Geringerer Verkaufserlös gegenüber privaten Verkauf (also ohne Zwischenhändler)

  • Produktzustand stimmt manchmal nicht mit der eigenen Einschätzung überein und wird abgelehnt

  • Manche Produkte werden nicht angekauft; je nach Bestand und Nachfrage kann es sein, dass Produkte gar nicht oder gerade nicht angekauft werden

  • Derzeit werden nur Produkte von ausgewählten Marken eingekauft, oder Produkte mit ISBN

  • ReCommerce-Unternehmen verkaufen aktuell häufig noch kategoriespezifisch; oft kann man nicht alles, was man verkaufen will, an nur ein ReCommerce- Unternehmen verkaufen

Nachteile beim Einkauf

  • Produktzustand stimmt manchmal nicht mit der eigenen Einschätzung überein

  • Es handelt sich um Einzelstücke; dies bedeutet, es gibt keine weitere Varianten (wie Größen, Farben) oder zusammengehörende Kollektionen

Welche ReCommerce-Unternehmen gibt es in Deutschland?


Inzwischen gibt es mehr als 50 Ankaufportale in Deutschland (Auflistung der gängigsten folgt in den nächsten Wochen). Deren Spezialisierung liegt jeweils auf unterschiedlichsten Produktgruppen: vom Ankauf von Büchern, CDs, Filmen, Games, Smartphones & Tablets über Kleidung, Brettspiele und Lego kann man inzwischen eine sehr breite Produktpalette im ReCommerce-Markt verkaufen und kaufen.

Lohnt es sich ReCommerce zum Verkauf zu nutzen?


Der größte Kritikpunkt von ReCommerce-Nutzern ist, dass sich die Ankaufspreise der Anbieter nicht lohnen. Da ReCommerce-Unternehmen Wirtschaftsunternehmen sind, kaufen sie nur an, wenn eine gewisse Nachfrage besteht. Viele entscheiden sich in diesem Fall Dinge einzulagern und zu warten bis der Wert wieder steigt oder investieren Zeit und Geduld auf einen Käufer zu warten, der den gewünschten Preis dann zahlt.


By the way: Dass die meisten Menschen Dinge, die sie selbst besitzen, wertvoller bewerten als der Markt, ist laut Rolf Dobelli ein systematischer Denkfehler und auch der Grund dafür, dass Produkte von starken Marken höhere Verkaufspreise erzielen. Diesem Phänomen widme ich demnächst einen eigenen Post.


Grundsätzlich ist der ReCommerce- Ansatz positiv, die Industrie steht aber noch ganz am Anfang. Die Unternehmen müssen Versand, Logistik, Bereitstellung auf der Plattform und Vermarktung zahlen, da bleibt für den Verkäufer nur ein kleiner Betrag übrig. Andersherum ist es für den Verkäufer schnell, unkompliziert und sicher, die Produkte zu verkaufen. Seine Produkte werden wie gewünscht weiter genutzt und das Unternehmen schafft Arbeitsplätze.

Ob sich ReCommerce lohnt, kann und muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich persönlich habe das Gefühl, dass ReCommerce eine super Sache ist, um Dinge, die einem nicht viel bedeuten, weiterzugeben. Für mich ist es viel besser als mich einen ganzen Sonntag auf den Flohmarkt zu stellen. Das habe ich viele Male gemacht und - obwohl ich Spass hatte - gelohnt hat es sich finanziell nicht.

Lohnt es sich ReCommerce zum Kauf zu nutzen?


Von mir gibt es hierauf ein klares JA. ReCommerce steht zwar noch am Anfang, aber auch wenn mal das ein oder andere Teil nicht genau wie beschrieben aussieht oder der Zustand nicht ganz stimmt, hat man als Käufer Rechte und wird nicht allein gelassen. Wenn man sich z.B. die Kleidung auf den Bildern genau ansieht und die Marke vorher kennt, sind die Überraschungen eher gering. Ganze Kollektionen und volle Bestände darf man aber nicht erwarten.


Mittlerweile gibt es schon ein paar Vergleichsportale, die man nutzen kann, um zu sehen, bei welcher ReCommerce-Plattform man welchen Betrag geboten bekommt. (Auflistung der gängigsten folgt in den nächsten Wochen)


Ich habe ReCommerce schon genutzt und werde auch dieses Jahr wieder darauf zurückgreifen und davon berichten


Bildquelle company.rebuy.com


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